Vulkanite
Zwei Basalttypen kommen in Ortenberg nebeneinander vor. Ein mittel- bis grobkörniger Olivinbasalt und ein porphyrischer glasreicher Basanit finden sich im unmittelbaren Kontakt. Der Basanit ist in der Regel grobsäuliger ausgebildet als der Olivinbasalt. Die unterschiedlichen Gefüge und Ausscheidungsfolgen der Gesteinshauptbestandteile Pyroxen und Plagioklas können durch den unterschiedlichen Chemismus der Basalte auf Basis des Albit-Anorthit-Diopsid Phasensystem erklärt werden.
Oft durchdringen sich beide Gesteinsarten so, daß eine Basaltsäule beide Typen nebeneinander enthält. Daraus wurde gefolgert, daß zwei Magmenarten kurz nacheinander intrudierten und erstarrt sind (BLASCHKE 1965 ). Vermutlich ist der Olivinbasalt jünger als der Basanit.
In einigen Zonen ist der Basanit in der typischen Art
eines Sonnenbrenners verwittert.
Die Mineralogie der Basalte wird durch übliche hydrothermale
Paragenesen bestimmt. Die Größe der Blasenhohlräume im
Basalt reicht von wenigen Millimetern bis zu einem halben Meter. In
kluftähnlich ausgebildeten Spalten sind manchmal ganze
Quadratmeter von Kristallen bedeckt. Die mit Abstand häufigsten
Mineralien sind hier Natrolith, Phillipsit, Calcit, Mineralien der
Montmorillonitgruppe und gelegentlich auch Apophyllit.
Pyroklastite
Nebengesteine und Fremdgesteinseinschlüße
Im
östlichen Bereich der 2. und 3. Sohle stehen
intensiv rote oder gelbe Sandsteine der Volpriehausener Serie (smV,s)
des mittleren Buntsandsteins an. Im Kontaktbereich zum Basalt sind die
Sandsteine zu feinem Gruß entfestigt. Auch die Vulkanite sind in
der Kontaktzone sehr locker und
oft zu tonigem Material zersetzt. Der Sandstein selbst enthält
keine
erkennbaren Mineralbildungen. Interessant ist der Steinbruch am
Gaulsberg
aber vor allem deshalb, weil die von der basaltischen Schmelze
eingeschlossenen
Sandsteinbrocken je nach ihrer Größe und dem
ursprünglichen
Gehalt an Ton in verschiedenem Maße gesintert bzw. aufgeschmolzen
wurden
und es so zu interessanten Mineralneubildungen gekommen ist.
So
findet man in den Schlotbreccien nur wenig veränderte Sandsteine
mit Erhalt der ursprünglichen Struktur und Schichtung. In diesen
sind bislang keine mikroskopisch erkennbaren Mineralneubildungen zu
finden gewesen.
Einige Einschlüsse wurden zu quarzitähnlichen Gesteinen gesintert, in denen die ursprüngliche Kornstruktur noch deutlich erhalten geblieben ist und auch noch Hohlräume in den Kornzwickeln vorhanden sind. In Sandsteineinschlüßen dieses Typs konnten bislang Rhodesit sowie Paulingit und Erionit nachgewiesen werden.
Die
überwiegende Zahl der Einschlüße bis zu einer
Größe von etwa einem Meter wurde zu einem dichten Gestein
umgeschmolzen. Die Lagen- und Kornstruktur des Sandsteines ist dabei
verloren gegangen. Oftmals durchziehen dunkelgraue bis schwarze
Schlieren das porzellanartige, muschelig brechende Gestein. Xenolithe
dieser Art sind in der Regel frei von inneren Hohlräumen. In den
Kontaktzonen zum Basalt weisen sie aber oft Hohlräume mit dichten
Überzügen aus Apophyllit auf, sehr selten wurde in den
Kontaktzonen eine Paragenese mit Gmelinit beobachtet.
Große Xenolithe, mit einem Durchmesser von einem Meter oder darüber, sind oft aus polygonalen Säulen zusammengesetzt, die in Ihrer Form an Basaltsäulen erinnern. Die Ursache für diese Formen wird ähnlich wie bei der Bildung der Basaltsäulen in den besonderen Abkühlungsbedingungen beim Erstarrungsprozess zu sehen sein. Auf den gelegentlich leuchtend grünen Klüften zwischen solchen Säulen finden sich mitunter dichte Rasen von Klinoptilolithkristallen. Die Kerne der Säulen sind, im Gegensatz zu den Randbereichen, nicht immer dicht gesintert sondern oft noch bröseliger, wenig fester Sandstein.
In feinkörnigen bis dichten Partien sehr großer
Einschlüße wurden Paragenesen mit Phillipsit , Erionit ,
Paulingit, Klinoptilolith und anderen gefunden. Die verschiedenen
Formen der paulingitführenden Xenolithe werden bei diesem
Mineral genauer beschrieben .